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Bundeswehr braucht für Aufbau der Reserve verlässliche Partner in der Wirtschaft

Pressemeldung
von links: Prof. Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Kapitän zur See Alexander Wald vom Kompetenzzentrum Reservistenangelegenheiten Bundeswehr, Moderator Frank Specht und Sven Kramer, Sprecher der Geschäftsführung der PEAG Holding GmbH
von links: Prof. Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Kapitän zur See Alexander Wald vom Kompetenzzentrum Reservistenangelegenheiten Bundeswehr, Moderator Frank Specht und Sven Kramer, Sprecher der Geschäftsführung der PEAG Holding GmbH

Unternehmen unterstützen die Stärkung der Wehr- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands. Für viele Mittelständler sind Reservistenübungen und verzögerte Ausbildungsstarts aber neue Herausforderungen.

Die Bundesregierung will die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands durch einen Personalaufbau der Bundeswehr stärken. Dabei helfen sollen der neue Wehrdienst und der Ausbau der Reserve - 200.000 Reservistinnen und Reservisten sollen es bis 2030 sein. Unterdessen fordert Bundeskanzler Friedrich Merz mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt, zum Beispiel durch ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr und die Unterstützung von Reservistinnen und Reservisten durch Unternehmen. Die Wirtschaft warnt aber davor, dass Wehrdienst und Reservistenübungen in der aktuellen Konjunkturkrise den Fachkräftemangel verschärfen würden. Auch Fehlzeiten und Planungsunsicherheit bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen und Studiengängen wären weitere Folgen. 

Wie lässt sich Verteidigungsstärke mit wirtschaftlicher Stabilität vereinbaren? Welche Auswirkungen haben Reserveübungen auf den hohen Personalbedarf von Unternehmen? Wie können Anreize wie Kostenübernahme oder Qualifikationsanerkennung helfen? Reicht die Freiwilligkeit beim Wehrdienst für den Ausbau der Reserve? Und welche Reformen sind nötig, um den Fachkräftemangel zu mildern? Darüber diskutierten heute bei der 146. „PEAG Personaldebatte zum Frühstück“ in Berlin Kapitän zur See Alexander Wald vom Kompetenzzentrum Reservistenangelegenheiten Bundeswehr und Prof. Dr. Hubertus Bardt, Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). „Verteidigungsstrategie der Bundesregierung – Was bedeutet sie für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland?“, so der Titel der gemeinsamen Veranstaltung von PEAG und Arbeitgeberverband Gesamtmetall.

„Die Zeitenwende hat einen Rüstungsboom erzwungen, der mit vielen Milliarden Euro Zehntausende gut bezahlter Jobs schafft", startete Prof. Dr. Hubertus Bardt in die Debatte: "Die Verteidigungsindustrie kann zwar nicht ausgleichen, was in anderen Branchen verloren geht, aber sie kann in dieser Phase die nötigen Fachkräfte finden, die für die äußere Sicherheit notwendig sind.“ Die schlechte Nachricht sei aber, dass in diesen Zeiten neben freiwilligem Wehrdienst auch die Reserve herangezogen werden müsse, um verteidigungsfähig zu sein, häufig zum Nachteil der Wirtschaft. Stelle sich die Frage: Wie kann die Verteidigungsfähigkeit so erhöht werden, dass die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit möglichst wenig beeinträchtigt wird? „Indem wir den Aufwuchs der Bundeswehr mit Freiwilligen gestalten, wofür aber die Attraktivität des Diensts ausschlaggebend ist“, so der Experte. 

Wie machen wir Verteidigung und Wirtschaft kompatibel?

Beginn und Ende des Wehrdiensts sollten deshalb laut dem IW-Geschäftsführer so gewählt werden können, dass sie möglichst nahtlose Übergänge in Bildung und Erwerbstätigkeit ermöglichen. Auch sollte der Dienst nicht deutlich länger sein, als es zur Gewinnung von Soldaten auf Zeit und aktiven Reservisten notwendig ist. „Die Bundeswehr braucht zudem mehr Flexibilität, um allen motivierten und geeigneten Soldaten eine Verlängerung ihres Dienstes zu ermöglichen“, sagte er. Die Auszahlung eines hohen Einstiegssoldes könne man zudem an ein Durchhalten knüpfen, um hohe Abbruchquoten zu senken. Die Bundeswehr sollte außerdem konsequent ihren Weg weiter gehen, auch Frauen ein attraktives Arbeitsumfeld anzubieten.

„Reserve braucht verlässliche Partner in der Wirtschaft“, warb Alexander Wald für seine Aufgabe, die Reserve auszubauen: „Dafür müssen wir uns ganz pragmatisch fragen: Wie machen wir Verteidigung und Wirtschaft kompatibel?" Wichtig sei eine enge Partnerschaft mit Unternehmen, die den Fokus auf Planbarkeit, Flexibilität und gegenseitigen Nutzen richtet. „Wir sehen Kooperation als Schlüssel für eine einsatzbereite Reserve“, so der Kapitän zu See. Es brauche eine Gesellschaft, die hinter dem neuen Wehrdienst stehe, und Unternehmen, die hinter der Reserve stünden. „Jeder Reservistendienst, jede Ausbildung und jede Übung ist nur mit Unterstützung der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber möglich, um weiter in Frieden und Freiheit zu leben“, appellierte er.

Sven Kramer, Sprecher der Geschäftsführung der PEAG Holding GmbH, unterstrich, dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Deutschland die Maßnahmen der Bundesregierung unterstützen würden, die Wehr- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Er warb aber auch um Verständnis für die Sorgen der Unternehmen: „Für viele Mittelständler sind Reservistenübungen und verzögerte Ausbildungsstarts neue Herausforderungen.“ Eine starke Verteidigungsfähigkeit gehe zudem nur mit einer starken Wirtschaft, die die Mittel dafür erwirtschaftet. Er forderte deshalb eine Flexibilisierung von Arbeitszeiten für mehr Planungsspielraum, ein Engagement von Arbeitnehmenden in der Reserve oder im Zivilschutz ließe sich so einfacher mit der Haupttätigkeit vereinbaren. Wichtig sei aber auch eine frühzeitige Kenntnis über mögliche Abwesenheiten von Beschäftigten. „Unternehmen sollten gesetzlich ermächtigt werden, den Reservisten- oder Zivilschutzstatus ihrer Beschäftigten verbindlich abzufragen, diese Daten zu verarbeiten und speichern zu dürfen“, forderte Sven Kramer.

Ihr Ansprechpartner

Markus Schulte, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der PEAG Holding GmbH

Markus Schulte

Referent Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

PEAG Holding GmbH

Phoenixseestraße 21

44263 Dortmund